2001 bis 2026
Unter dieser Rubrik finden Sie Inhalte aus unserer Festschrift / Chronik anlässlich unseres 100-jährigen Jubiläums zzgl. eventuell weiteres Text- und Fotomaterial.
Die jüngere Vergangenheit beim SV Bislich, genauer gesagt der Zeitraum von 2000 bis 2025, hat vor allem eins manifestiert: Unser Verein hat sich mit seiner Fußball-Abteilung, die nach wie vor das
Herzstück des SV Bislich bildet, hinter dem PSV Wesel eindeutig als Nummer zwei im Weseler Fußball herauskristallisiert. Und dies nun schon über viele Jahre hinweg. Das ist insofern
erwähnenswert, dass neben uns Vereine wie der Weseler SV, SuS Wesel oder GW Flüren existieren, die nicht nur über deutlich höhere Mitgliedszahlen verfügen, sondern auch hinsichtlich des
Einzugsgebiets günstigere Voraussetzungen bieten können. Und dennoch brachte es der SV Bislich zwischen 1990 und 2017 auf mehr als zwei Jahrzehnte Bezirksliga-Fußball, immer mal wieder kurzzeitig
vom Abstieg in die Kreisliga A unterbrochen. Zweimal schnupperte der SVB sogar am Aufstieg in die Landesliga. Für einen Dorfverein ist dies ganz sicher keine Selbstverständlichkeit. Seit dem Jahr
2017 ist nun das Kreisliga-Oberhaus unser beständiges Zuhause. Auch das ist, blickt man knapp 50 Jahre zurück, als der SV Bislich regelmäßig zwischen Kreisliga B und A pendelte, kein
Selbstläufer.
Und dass wir neben einer Erstvertretung auch eine gut funktionierende zweite Mannschaft haben, die sich zu Beginn der 2000er Jahre sogar über einige Spielzeiten hinweg in der Kreisliga B halten
konnte, darf ebenfalls als Erfolg gewertet werden. Auch hier ist ein Blick über die Dorfgrenze erlaubt: Etlichen Vereinen in der Umgebung gelingt es nicht, mehr als eine Fußball-Mannschaft im
Spielbetrieb zu etablieren. In Bislich ist dies stets gelungen, auch weil wir in den vergangenen 25 Jahren häufig auf Trainer zurückgreifen durften, die in unserem Verein groß geworden sind und
denen das Wohl ihres Vereins am Herzen lag.
Schaut man auf die sportliche Bilanz, darf ein Aspekt dabei nicht fehlen. Der SV Bislich hat sich in der jüngeren Vergangenheit auch den Traum von einer neuen Sportanlage erfüllt – mit großer
Hartnäckigkeit, enormem Engagement und einer Vielzahl von Arbeitsstunden, die einige Mitglieder auf der Anlage am Feldwicker Weg leisteten. Heute profitieren sämtliche Kicker im Senioren- und
Juniorenbereich davon. Sie finden auf und am Kunstrasenplatz perfekte Voraussetzungen vor, um ihrem Hobby nachgehen zu können. Gäste, ganz gleich ob Aktive oder Zuschauer, loben immer wieder die
Bedingungen, die sie in Bislich vorfinden. Zugegeben: Die ganz besondere Atmosphäre, die der Rasenplatz mitten im Ort ausstrahlte, kann die neue Spielstätte nicht ausstrahlen. Dennoch sind sich
alle einig: Dieser Schritt zur neuen Anlage, die auf dem ehemaligen Ascheplatz entstand, war richtig und wichtig für die Entwicklung des Vereins.
SV Bislich I
Doch schauen wir nun gemeinsam auf die sportliche Entwicklung des SV Bislich im 21. Jahrhundert. Und das hätte für das Aushängeschild des Vereins, die erste Mannschaft, kaum schlechter beginnen
können. Denn nachdem im Jahr 1999 einige Stammkräfte den Verein verlassen hatten, gelang es dem SV Bislich nicht, diese Verluste so zu kompensieren, um in der Bezirksliga konkurrenzfähig zu
bleiben. Beinahe folgerichtig stand unter dem neuen Trainer Christoph Körner am Ende der Saison 1999/2000 der Abstieg in die Kreisliga A. Nach zehnjähriger, ununterbrochener Zugehörigkeit zu
dieser Spielklasse war dies allerdings nur eine kleine Delle in der erfolgreichsten Ära der Vereinsgeschichte. Denn in der Spielzeit 2000/2001 gelang unter Christoph Körner, der einige erfahrene
Kräfte zu einer Rückkehr zum SV Bislich bewegen konnte, die sofortige Rückkehr in die Bezirksliga. Das Erfolgsrezept war dabei eindeutig die gute Mischung aus Routiniers, Spielern im besten
Fußballeralter und Talenten aus den eigenen Reihen. Am Ende war es ein souveräner Aufstieg, den wir schon vor dem letzten Spieltag auf eigener Anlage feiern durften. Weiterhin unter der Regie von
Christoph Körner, wurde der Kader der Mannschaft auf einigen Positionen sinnvoll ergänzt. Und obwohl das Team etwas schleppend in die Saison startete, stand doch nie außer Frage, dass wir den
Klassenerhalt schaffen würden. Die Spielzeit 2001/2002 beendete der SV Bislich schließlich im gesicherten Mittelfeld.
In die Saison 2002/2003 starteten wir dann mit einer einschneidenden Veränderung. Christoph Körner hatte sich dazu entschieden, zum Landesligisten Weseler SV zu wechseln. Seinen Platz nahm
Steffen Herden ein, der zuvor schon viele Jahre als Jugendcoach und als Trainer der zweiten Mannschaft für den Verein gearbeitet hatte. Zu diesem Zeitpunkt hätte er wahrscheinlich selbst nicht
gedacht, dass er das Amt des Trainers der ersten Mannschaft noch einige weitere Male annehmen würde.
Doch der Reihe nach: Mit Rainer Nunnendorf und Frank Scholten hatte er zwei Bislicher Urgesteine als Co-Trainer um sich geschart. Abermals begann die Saison nicht nach Plan. Nach drei Spieltagen
stand die Mannschaft noch ohne Sieg da. Es folgte das Auswärtsspiel bei der DJK Labbeck-Uedemerbruch. Und es gab eine, für den SV Bislich so typische Geschichte, die auch den Charakter des
Vereins zeigt. Denn am Vorabend des Spiels stand das Team plötzlich ohne Torhüter da, weil beide etatmäßigen Keeper nicht zur Verfügung standen. Steffen Herden rief kurzerhand Ingo Lamers an, der
diese Rolle in den unterschiedlichsten Mannschaften beim SVB hin und wieder schon mal ausgefüllt hatte. Mit ihm zwischen den Pfosten schaffte der SV Bislich den ersten Saisonsieg (3:1) –
vielleicht ein positiver Wendepunkt für eine Saison, an dessen Ende dann mit 41 Punkten der 7. Tabellenplatz stand.
Drei Eigengewächse, die beim SV Bislich Spuren hinterließen: Michael Bruns, Christian Ramms und Marc Scholten. Hier bei der Verabschiedung durch unseren Ehrenvorsitzenden Friedhelm Bohländer.
Die Saison 2003/2004 hatte gleich mehrere interessante Facetten zu bieten. Trainer Steffen Herden gelang es, mit Marc Scholten und Michael Bruns zwei Spieler, die aus der eigenen Jugend des SV Bislich stammten, dazu zu bewegen, vom Landesligisten Weseler SV zu ihrem Heimatverein zurückzukehren. Das weckte Erwartungen, die auch erfüllt wurden, auch wenn es am Ende nicht ganz zum anvisierten Spitzenplatz reichte. Das Team, das trotz einer schweren Gesichtsverletzung von Leistungsträger Lutz Sandvoß (dreifacher Kieferbruch), die dieser sich bereits am zweiten Spieltag zugezogen hatte, zwischenzeitlich sogar an der Tabellenspitze stand, ließ in der Rückrunde etwas nach und landete schließlich auf dem 8. Rang. Michael Elsing beendete nach der Saison seine Laufbahn. Nach 19 Jahren im Trikot der ersten Mannschaft des SV Bislich (mit einjähriger Unterbrechung) erhielt er ein Abschiedsspiel gegen den Regionalligisten 1. FC Bocholt.
Zwei bekannte und beliebte Gesichter beim SV Bislich: Torjäger Michael Domjahn und Mittelfeldstratege Lutz Sandvoß.
Auch die Saison 2004/2005 hatte eine Vielzahl von Geschichten zu bieten. Das große Verletzungspech beispielsweise, das sich nahezu durch die komplette Spielzeit zog und das dazu führte, dass
einige Leistungsträger langfristig ausfielen. Oder das eher ungewöhnliche Ultimatum von Trainer Steffen Herden, der die Fortsetzung seiner Arbeit damit verband, dass vor der Winterpause vier
Siege aus acht Spielen geschafft werden sollten, was der Mannschaft auch gelang. Oder die skurrile Anekdote beim Spiel beim SC Buschhausen, als ein Ersatzspieler des SC aufs Spielfeld rannte und
einen ins Tor rollenden Ball noch vor der Torlinie „klärte“, was eine Rote Karte zur Folge hatte. Und nicht zuletzt die drei Tore, die Markus Bielig, eigentlich ein Defensivakteur, beim 3:0-Sieg
gegen den RV Klosterhardt in bester Torjägermanier schoss.
In der Winterpause kündigten Steffen Herden und seine Co-Trainer Rainer Nunnendorf und Frank Scholten an, dass sie ihre Arbeit nicht fortsetzen wollen. Mit Christoph Körner stand sein Vorgänger
als Nachfolger parat. Angesichts des großen Verletzungspeches war der 9. Tabellenplatz, der am Ende der turbulenten Saison zu Buche stand, durchaus als Erfolg zu werten.
Die beiden folgenden Spielzeiten 2005/2006 und 2006/2007 gehörte der SV Bislich unter Christoph Körner dem erweiterten Kreis der Spitzengruppe in der Bezirksliga an, ohne ernsthaft vom Aufstieg
in die Landesliga träumen zu dürfen. Dennoch waren die Plätze fünf (2005/2006) und vier (2006/2007) ganz sicher als Erfolg zu werten. Bemerkenswert in letztgenannter Spielzeit: Der Weseler SV,
einst über viele Jahre hinweg das Aushängeschild im Fußball der Kreisstadt, stieg mit 30 Niederlagen aus 30 Spielen und einem Torverhältnis von 23:171 aus der Bezirksliga ab. Von diesem Debakel
erholten sich die „Rothosen“ nicht mehr, wurden zeitweise bis in die Kreisliga C durchgereicht. Mehr oder weniger sorgenlos verlief für den SVB die Saison 2007/2008, die das Team mit Rang zehn
abschloss. Dies ließ sich von der folgenden Spielzeit nicht behaupten. Unterm Strich war die Mannschaft chancenlos und stieg nach dem Jahr 2000 zum zweiten Mal aus der Bezirksliga ab. 17 Punkte
Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz waren ein deutliches Statement. Trainer Christoph Körner und der SVB gingen anschließend getrennte Wege.
Erst Körner, dann Herden, zurück zu Körner und nun wieder Herden – was das Traineramt anging, setzte der SV Bislich zwischen 1999 und 2011 auf bewährte Kräfte. Nach dem Abstieg in die Kreisliga A
sollte es in der Saison 2009/2010 nun also wieder Steffen Herden richten. Mit der Vorgabe der Stabilisierung der Mannschaft, so die gemeinsam mit dem Vorstand ausgearbeitete Zielsetzung, war der
Coach in seine zweite Amtszeit gestartet. Doch es kam anders. Und zwar im positivsten Sinne. Mit dem Stadtmeistertitel auf dem Feld beim Heimturnier in Bislich gab es bereits erste Anzeichen,
dass es eine besondere Saison werden könnte. Die wurde es dann auch. Ohne eine einzige Niederlage schaffte die Mannschaft die direkte Rückkehr in die Bezirksliga und reparierte damit, ebenso wie
2001, den Abstieg aus dieser Liga umgehend. Die ausgiebige Aufstiegsfeier im damaligen Vereinslokal Cramer war mehr als berechtigt.
Zurück in der Bezirksliga, schaffte es Steffen Herden, die nötigen Verstärkungen für das angestrebte Ziel, den Klassenerhalt, nach Bislich zu lotsen. Ohne ernsthaft in den Abstiegskampf
verwickelt zu werden, blieb der SV Bislich als Tabellenzehnter der Saison 2010/2011 ein weiteres Jahr in der Bezirksliga. Allerdings zehrte die Arbeit an den Kräften des Coaches, der daraufhin
die Notbremse zog und frühzeitig ankündigte, seine Tätigkeit am Ende der Spielzeit nicht fortzusetzen.
In die neue Saison 2011/2012 ging der SV Bislich dann mit einem durchaus bekannten Namen auf der Trainerbank. Ex-Profi Thomas Ridder, der es für die SG Wattenscheid 09 immerhin auf sieben Spiele
in der 1. Fußball-Bundesliga und 14 Spiele in der 2. Bundesliga brachte, löste Steffen Herden ab. Doch es war, vorsichtig ausgedrückt, eine unglückliche Verbindung zwischen Ridder und dem SVB.
Die Mannschaft funktionierte nicht wie erhofft und Thomas Ridder sah sich gezwungen, dem Team ein Ultimatum zu stellen, das wenig Aussicht auf Erfolg hatte. Er forderte vier Siege aus den
folgenden vier Spielen. Schon der erste Versuch, die Vorgabe des Trainers umzusetzen, scheiterte. Der Mannschaft gelang nur ein Unentschieden und so war die Zeit von Thomas Ridder nach nur
wenigen Monaten wieder abgelaufen. Steffen Herden kehrte bis zur Winterpause zurück auf die Trainerbank, stabilisierte das Team, das die Abstiegsplätze dann auch bald wieder verließ. In die
zweite Saisonhälfte ging der SV Bislich dann mit Frank Potthoff als Coach. Der leistete gute Arbeit, so dass am Ende der Saison ein ordentlicher 8. Tabellenplatz zu Buche stand. Doch der SV
Bislich war hinsichtlich der Besetzung des Trainerpostens erneut zum Handeln gezwungen. Denn Potthoffs Forderung, sich von einigen, als schwierig geltenden Leistungsträgern zu trennen, wollte der
Verein nicht erfüllen. So verließ Frank Potthoff den Verein und mit Dennis Lindemann übernahm ein bereits als Spieler für den SVB aktiver Akteur das sportliche Kommando.
Mit Dennis Lindemann an der Seitenlinie erlebte der SV Bislich dann in der Spielzeit 2012/2013 eine vollkommen sorgenfreie Saison und belegte am Ende der Saison den 7. Tabellenplatz, ohne sich
ernsthaft Sorgen um den Klassenerhalt machen zu müssen.
Die folgende Saison 2013/2014 brachte da schon wesentlich mehr Drama. Zunächst auf Funktionärs-Ebene, als Steffen Herden wegen eines Disputs mit einem Zuschauer, der Mannschaft und Trainer trotz
guter Leistungen immer wieder kritisierte, seinen Posten als sportlicher Leiter niederlegte. Dann auf sportlicher Ebene, als der SV Bislich ganz dicht vor dem Aufstieg in die Landesliga stand.
Drei Spieltage vor dem Saisonende führte der SVB nach einem Sieg gegen den direkten Konkurrenten RSV Praest die Tabelle an. Vier Punkte aus den folgenden drei Spielen hätten gereicht und der SV
Bislich wäre zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die Landesliga aufgestiegen. Doch nach überraschenden Niederlagen gegen ein Team aus dem Mittelfeld der Tabelle sowie gegen einen
Abstiegskandidaten, war das Team von Dennis Lindemann vor dem letzten Spieltag punktgleich mit den SF Broekhuysen und dem SV Straelen. Aufgrund des schlechteren Torverhältnisses war der SV
Bislich auf Patzer der Konkurrenz angewiesen. Das passierte nicht und so half auch der 7:0-Erfolg gegen Siegfried Materborn nichts mehr. Punktgleich mit Aufsteiger Broekhuysen, ließ ein um sechs
Treffer schlechteres Torverhältnis den Traum von der Landesliga platzen. Die Enttäuschung war damals riesengroß, das Foto des am Boden liegenden Kapitäns Matthias Boland, das Gesicht in den
Händen vergraben, zierte am folgenden Tag die Titelseite der lokalen Sportausgabe. Dennoch hatte die Mannschaft Grund genug, stolz auf die gezeigten Leistungen, die sie nahezu die komplette
Saison abgeliefert hatte, zu sein.
Dennis Lindemann – hier mit seinem damaligen Kapitän Matthias Boland – hätte den SV Bislich als Trainer beinahe in die Landesliga geführt.
Ausgepowert und selbstverständlich enttäuscht: Matthias Boland (li.) und ??? ??? (re.)
Es kommt im Fußball nicht allzu selten vor, dass nach einem frustrierenden Erlebnis am Ende einer Saison der Stachel der Enttäuschung so tief sitzt, dass sich dies auf die folgende Spielzeit auswirkt. Dies passierte dem SV Bislich in der Saison 2014/2015. Da hatte man gerade noch den Sprung in die Landesliga ganz dicht vor Augen und sah sich nur zwölf Monate später dem Abstiegskampf in der Bezirksliga gegenüber. Auch hier dürfte vielen SVB-Anhängern noch das entscheidende Spiel um den Klassenerhalt bei Olympia Bocholt in (schlechter) Erinnerung sein. Denn trotz großer Fan-Unterstützung aus Bislich verlor das Team von Trainer Dennis Lindemann unglücklich und musste den bitteren Gang in die Kreisliga A antreten.
Doch nach dem Motto „immer einmal mehr aufstehen als man gefallen ist“ gelang dem SV Bislich das ungewöhnliche Kunststück, zum dritten Mal den Abstieg sofort zu korrigieren. Sinnvoll mit externen
Neuzugängen und Akteuren aus den eigenen Reihen ergänzt, gelang unter Dennis Lindemann nach überzeugenden Leistungen über die komplette Spielzeit 2015/2016 der abermalige Aufstieg in die
Bezirksliga.
Es sollte allerdings bis heute die letzte Saison in der Bezirksliga folgen. Die aufreibenden Jahre als Trainer des SV Bislich waren nicht spurlos an Dennis Lindemann vorübergegangen. Nachdem die
Mannschaft schlecht in die Saison 2016/2017 gestartet war, trat Lindemann im November 2016 als Coach zurück. Steffen Herden ließ sich überreden, noch ein viertes Mal als Trainer einzuspringen.
Bis zur Winterpause holte er mit dem Team zehn Punkte aus vier Spielen und schaffte so den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze. Und auch der Titel bei der Hallen-Stadtmeisterschaft gelang noch
unter seiner Regie. Leider vermochte die Mannschaft es nicht, den Schwung dieser Phase mit in den Rest der Saison zu transportieren. Unter dem neuen Coach Bernd Pagojus stieg der SV Bislich aus
der Bezirksliga ab.
Ein Zwischenhoch - der Gewinn der Stadtmeisterschaften 2018 auf eigener Platzanlage Hintere Reihe v.l.n.r.: Robert Freudenthal, Yannick Koelewijn, Max Vengels, Simon Mai, Marc Sapatka, Nils
Pagojus, Sebastian Giesen, Maximilian Kwoska, Neel Jonas Kemper, Trainer Bernd Pagojus
Vordere Reihe v.l.n.r.: Lukas Köhne, Maik Termath, Mirko Marschall, Kai Sprenger, Malte Pooth, Denis Theißen, Niklas Schröder und sitzend Sven Scholten (mit Sohn Aaron)
Nicht immer wiederholt sich die Geschichte und so gelang es dem SV Bislich diesmal nicht, nach dem Abstieg aus der Bezirksliga die sofortige Rückkehr in diese Klasse zu schaffen. Die Saison
2017/2018 ließ sich mit einem Wort am besten zusammenfassen: Mittelmaß. In ernsthafte Gefahr geriet der SVB zwar nicht, doch der 14. Platz am Ende der Spielzeit war sicherlich nicht das, was man
vor der Saison erreichen wollte.
Die Abwärtsspirale setzte sich in der kommenden Spielrunde dann leider fort. Die Mannschaft steckte tief im Abstiegskampf. Im Verein rumorte es gewaltig, zwei Spieltage vor dem Saisonende gingen
der SV Bislich und Trainer Bernd Pagojus getrennte Wege. Die Spieler Sven Scholten, Kai Sprenger und Nils Pagojus übernahmen interimsweise. Sie standen am letzten Spieltag im Heimspiel gegen BW
Wertherbruch vor der Situation, dass diese Begegnung unbedingt gewonnen werden musste, sonst wäre der SV Bislich erstmals nach 32 Jahren wieder in der Kreisliga B aufgelaufen. Es kam nicht dazu,
weil die Mannschaft einen 2:0-Erfolg schaffte und auch die direkte Konkurrenz „mitspielte“.
Den zweiten Abstieg innerhalb von zwei Jahren gerade noch einmal abgewendet, galt es nun, Ruhe in Verein und Mannschaft zu bekommen. In dieser Phase bewies Steffen Herden erneut, dass
Verbundenheit zu seinem Heimatverein für ihn keine hohle Phrase ist. Er übernahm zum fünften Mal das Amt des Trainers, kündigte allerdings an, dass er dies nur für eine Spielzeit tun würde. Dass
kein Spieler nach dem gelungenen Klassenerhalt den Verein verließ, erleichterte seine Aufgabe ein wenig. In sportlicher Hinsicht verlief die Saison 2019/2020 ordentlich. Allerdings gab es
Schwierigkeiten ganz anderer Art. Die Corona-Pandemie breitete sich in Deutschland aus. Das hatte selbstverständlich auch Auswirkungen auf den Amateurfußball. Im Frühjahr 2020 wurde die Saison
abgebrochen. Der SVB lag zu diesem Zeitpunkt auf einem respektablen 7. Platz.
In die Saison 2020/2021 ging der SV Bislich dann mit einem Mann an der Seitenlinie, der schon 23 Jahre zuvor eine erste Stippvisite in Bislich abgegeben hatte. Damals war Aycin Özbek als Spieler
zum SV Bislich gekommen, nun kehrte er als Trainer zurück. Unter sportlichen Aspekten war sein erstes Jahr praktisch nicht zu beurteilen. Aufgrund der Corona-Pandemie und dem daraus
resultierenden Saisonabbruch in der Spielzeit zuvor, hatte es keine Absteiger aus der Kreisliga A gegeben, die nun aus 20 Teams bestand. Die folgende Spielzeit sollte mit einer normalen Hinserie
und einer anschließenden Auf- und Abstiegsrunde gespielt werden. Doch dazu kam es nicht, da die nach wie vor anhaltende Pandemie erneut für einen vorzeitigen Abbruch der Saison sorgte.
Erst die Saison 2021/2022 sollte für Aycin Özbek die erste komplette Spielzeit als Trainer des SV Bislich werden. Allerdings musste der Coach am Ende der Saison konstatieren, dass er die
angepeilten Ziele doch recht deutlich verfehlt hatte. Denn eigentlich wollte er mit dem SVB ein gewichtiges Wort im Aufstiegsrennen mitreden. Die Saison wurde im selben Modus wie ein Jahr zuvor
ausgetragen. Also: Normale Hinserie und anschließende Auf- und Abstiegsrunde. Doch jene Aufstiegsrunde, deren Erreichen für die Zielsetzung notwendig gewesen wäre, verpasste der SV Bislich
relativ klar. Dass die Mannschaft anschließend die Abstiegsrunde auf Rang eins beendete, war da nur ein schwacher Trost.
Wie unwichtig der Fußball, so sehr wir ihn auch lieben, manchmal sein kann, zeigte dann der Beginn der Saison 2022/2023. Am 17. Juli 2022, während einer Trainingseinheit im Rahmen der
Saisonvorbereitung, erlitt Trainer Aycin Özbek auf unserer Anlage einen Herzinfarkt. Seine Spieler, die sofort einen Notarzt alarmierten, retteten ihm womöglich das Leben. Dass der herbeigerufene
Rettungswagen zunächst allerdings nicht den richtigen Weg zur Platzanlage fand, weil die vom SV Bislich seit langer Zeit geforderte Beschilderung zur neuen Sportanlage immer noch nicht
installiert worden war, ist der eigentliche Skandal der Geschichte. Wer auch immer für diese Nachlässigkeit verantwortlich war – so etwas darf sich nie wiederholen. Zwei Monate später kehrte
Özbek auf die Trainerbank zurück, wenn auch mit leicht gebremstem Schaum. Es war und ist ein Segen, dass diese dramatische Situation letztlich gut ausgegangen ist.
Aycin Özbek ist in einer Dankesrede, die er zum 100-jährigen Jubiläum des SV Bislich formuliert hat, auch auf dieses aufwühlende Ereignis eingegangen. Seine Worte: „Ein ganz besonderer Moment in
meinem Leben – auch in Verbindung zum SV Bislich – war der Herzinfarkt, den ich vor drei Jahren erlitten habe. Das war ein Schock, für mich persönlich, aber auch für viele in meinem Umfeld. Doch
was anschließend passierte, hat mich tief berührt. Ich habe erlebt, was Zusammenhalt wirklich bedeutet. Spieler, Vorstand, Freunde – alle standen an meiner Seite. Diese Unterstützung, diese Wärme
und Anteilnahme haben mich unglaublich bewegt. Trotz dieses Rückschlags habe ich mich entschieden, weiterzumachen. Ich habe immer mein Bestes gegeben und mit ganzem Herzen hinter diesem Verein
gestanden. Nach Ablauf meiner fünfjährigen Trainertätigkeit war für mich klar, dass ich nicht aufhören werde. Ich wollte und will weiter Teil dieser Gemeinschaft bleiben und meinen Beitrag
leisten.“
Dem ist nichts hinzuzufügen!
Es verbietet sich beinahe, diese Spielzeit aufgrund der Geschehnisse sportlich zu bewerten. Daher soll an dieser Stelle lediglich die Chronisten-Pflicht erfüllt werden: Der SV Bislich musste sich
lange Zeit mit dem Abstiegskampf auseinandersetzen. Den Klassenerhalt brachte er dann drei Spieltage vor Saisonende unter Dach und Fach.
Die Saison 2023/2024 ließ sich am besten unter einer Begrifflichkeit zusammenfassen: Es war letztlich ein Spiel um die Goldene Ananas. 20 Punkte vor dem ersten Abstiegsrang, fast 40 Zähler entfernt von einem Aufstiegsplatz – das sagt viel über den Saisonverlauf aus. Bemerkenswert war allerdings, dass stets viel los war, wenn der SV Bislich auf dem Platz stand. In den 36 Begegnungen, die der SVB bestritt, fielen nämlich nicht weniger als 171 Tore, also fast fünf Treffer im Schnitt. Das spricht für den Angriff (80 Tore), aber auch gegen die Verteidigung (91). Übrigens war der SV Bislich mit diesem Wert keine Ausnahmeerscheinung. In der gesamten Kreisliga A fielen in dieser Spielzeit sage und schreibe 1.586 Tore (4,6 Tore im Schnitt).
Wer geglaubt hatte, dieser Wert sei nicht mehr zu toppen, sah sich in der Saison 2024/2025 eines Besseren belehrt. Da waren es sogar 172 Tore, die in nur 30 Spielen des SV Bislich fielen, also
beinahe sechs Tore im Schnitt. Das spricht zwar für eine Menge Spektakel, wenn der SVB den Platz betrat. Und 66 geschossene Tore sind auch durchaus ein ordentlicher Wert. Wie man allerdings als
Tabellenzehnter 106 Gegentore (!) kassieren konnte, war ohne Frage ein Kunststück der eher negativen Art.
Dabei hatte die Spielzeit richtig gut begonnen, zeitweise reiften sogar erste Träume von der Rückkehr in die Bezirksliga. Selbst nach der Hinrunde betrug der Rückstand zu einem Aufstiegsplatz
lediglich vier Punkte. Die zweite Saisonhälfte geriet dann allerdings zu einer einzigen Enttäuschung, in der die Mannschaft in 15 Partien lediglich zwölf Zähler sammelte und immer weiter nach
unten durchgereicht wurde. Beinahe sinnbildlich hierfür standen die letzten sieben Spiele der Saison, die allesamt verloren wurden – bei einem Torverhältnis von 10:37 – blamabel!
Die Saison 2025/2026, also die Spielzeit, die direkt in unser Jubiläumsjahr führt, ging der SV Bislich dann mit einem neuen Trainer-Duo an. Joshua Oomen löste Aycin Özbek ab, der nun als
Sportlicher Leiter beim SVB fungiert. Neben Oomen rückte Raik Wittig als Co-Trainer an die Seitenlinie. Diese Besetzung funktionierte allerdings nicht so gut. Mittlerweile ist Firat Samhal an die
Stelle von Wittig gerückt.
Firat Samhal, vorher schon Co-Trainer, hat nach der Trennung von Joshua Oomen im Mai 2026 das Traineramt übernommen. Zur Zeit ist noch offen, ob wir den Klassenerhalt in der Kreisliga A schaffen.
Es ist für den SV Bislich eine schwierige Saison, denn im Anschluss an die vorherige Spielzeit war ein Umbruch unumgänglich. Mehrere Spieler stehen nicht mehr zur Verfügung. Dazu zählt auch Kai Sprenger, ein langjähriger Leistungsträger, der seine Laufbahn beendete. Dass er dennoch zwischenzeitlich schon wieder aushalf, ist ihm hoch anzurechnen. Den bisherigen Saisonverlauf muss man, fast zwangsläufig, als holprig bezeichnen. Die Defensivprobleme hat das Team noch nicht in den Griff bekommen. Und so muss das Hauptziel sein, am Ende der Saison über dem Strich zu stehen. Alle, die es mit dem SV Bislich halten, sollten die Daumen drücken, dass wir auch im Jubiläumsjahr weiter der Kreisliga A angehören. Beim Druck dieser Chronik war die laufende Saison noch nicht beendet.
SV Bislich II
Für unsere zweite Mannschaft begann das neue Jahrtausend zunächst nicht nur mit dem Abstieg in die Kreisliga C nach der Saison 2000/2001, sondern auch mit der Suche nach einem neuen Trainer. Mit Jens Terlinden wurde ein junges Eigengewächs gefunden, der diese Aufgabe übernahm. Und er setzte gleich in seiner ersten Spielzeit 2001/2002 mit dem Team ein Zeichen. Mit der Zweitvertretung des Weseler SV liefert sich der SV Bislich einen erbitterten Zweikampf um den Aufstieg. Ein echtes Highlight war dann die entscheidende Partie der beiden Konkurrenten am Donnerstag vor dem Bislicher Schützenfest, die auf unserer Platzanlage stattfand. Etwa 300 Zuschauer sahen damals den 2:1-Sieg des SVB, mit dem unser Team den Wiederaufstieg perfekt machte und dann anschließend auf dem Schützenfest entsprechend feierte.
In der Folgezeit gelang es Jens Terlinden, die zweite Mannschaft des SV Bislich in der Kreisliga B über einige Jahre hinweg zu etablieren. An seiner Seite waren dabei die Betreuer Lars Theißen
und Peter Giesen. Die beste Platzierung erreichte die Mannschaft in dieser Phase in der Saison 2005/2006, als das Team die Spielzeit auf Rang acht abschloss.
Die Erfolgsgeschichte der zweiten Mannschaft dauerte bis ins Jahr 2009, da musste das Team dann den bitteren Gang in die Kreisliga C antreten, war als Tabellenletzter mit nur fünf erzielten
Punkten über die komplette Spielzeit hinweg chancenlos.
Bis heute gelang es unserer Zweitvertretung nicht mehr, in die Kreisliga B zurückzukehren. Man würde dem Team und den jeweiligen Verantwortlichen aber unrecht tun, wenn man dies als Misserfolg
bewerten würde. Die Bedingungen, in der zweiten Mannschaft eines Dorfvereins zu spielen beziehungsweise sie zu trainieren, waren und sind nicht immer ganz einfach. Dennoch gelang es stets,
ordentliche bis gute Leistungen zu zeigen, junge Talente einzubauen und sie zu fördern sowie den Teamgeist hochzuhalten.
2. Mannschaft zum Saisonstart 2015/2016
Hintere Reihe v.l.n.r.: Lukas Köhne, Maik Welling, Jacek Myszk, Thomas Kluthe, Lukas Giesen, Oliver Köhne, Marius Schürmann, Maximilian Kwoska, Trainer Michael Bruns
Vordere Reihe v.l.n.r.: Jan-Eric Reismann, Dennis Sonje, Timo Theisen, Sven Hautmann, Philipp Zorn, Simon Mai, Matthias Bruckwilder
Und es gelang darüber hinaus, Trainer für die zweite Mannschaft zu gewinnen, die aus den eigenen Reihen stammten und den Job mit viel Engagement und Herzblut ausübten. Wie beispielsweise Michael Bruns, über viele Jahre hinweg ein Leistungsträger der ersten Mannschaft, der zwischen 2012 und 2017 die sportliche Verantwortung für das zweite Team trug. Unter seiner Regie wurden Spieler aus den eigenen Reihen eingebaut, wie Richard Beenen, Marcel Lerf, Simon Mai, Lukas Köhne, Björn Remy oder Malte Pooth, die sich in der zweiten Mannschaft für höhere Aufgaben empfehlen konnten. Und wer weiß: Wenn die zweite Mannschaft nicht beständig immer wieder Spieler an das erste Team hätte abstellen müssen, womöglich wäre ein erneuter Aufstieg realisierbar gewesen. So stand unter der Regie von Michael Bruns in der Saison 2012 / 2013 mit dem vierten Platz das beste Ergebnis zu Buche. Er fasste seine Amtszeit als Coach schließlich so zusammen: „Wir hatten eine hervorragende Kameradschaft und eine starke mannschaftliche Geschlossenheit. Durch diese Bindungen entstanden viele Freundschaften, die bis heute bestehen.“ Und genau dies ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt des Amateurfußballs, wie er beim SV Bislich gelebt wird.
Mit Marcel Lerf trat für die Saison 2017/2018 ein weiteres Eigengewächs die Nachfolge von Michael Bruns als Trainer der zweiten Mannschaft an. Die erste Saison schloss er mit seinem Team auf dem elften Platz ab. Für die folgende Spielzeit 2018/2019 bekam die zweite Mannschaft für ihren bis dato recht kleinen Kader Verstärkung aus der Nachbarschaft. Denn mehrere Spieler aus dem zweiten Team des TuS Haffen-Mehr schlossen sich dem SV Bislich an. Das wirkte sich durchaus positiv aus. Die Integration klappte gut. Es ist sicher kein Zufall, dass einiger dieser Akteure auch heute noch für den SV Bislich spielen. Da Marcel Lerf frühzeitig während der Saison bekannt gab, dass er beim TuS Haffen-Mehr eine neue sportliche Herausforderung suchen wollte, kam es im Februar 2019 zum vorzeitigen Wechsel auf dem Trainerposten, den nun Andre Scholten übernahm. Er tat dies allerdings nicht sonderlich lange. Schon nach Ablauf der Saison 2018/2019 endete auch die Zusammenarbeit zwischen Scholten und dem SV Bislich.
Mit Willi van de Velden trat wieder ein waschechter Bislicher die Nachfolge als Coach der zweiten Mannschaft an. Gleichzeitig machte er sich gemeinsam mit seiner Frau Beate auch noch im
Jugendbereich des SVB verdient. Die Ausübung des Traineramtes war für Willi van de Velden eine echte Herausforderung, bedenkt man, dass ihm zunächst nur 14 Akteure zur Verfügung standen. Hinzu
kam das Problem, das auch die erste Mannschaft des SV Bislich und alle weiteren Fußballteams in ganz Deutschland in dieser Zeit betroffen hatte: die Corona-Pandemie. Willi van de Velden musste
also zahlreiche Trainingsausfälle, Saison-Unterbrechungen und -Abbrüche und den fehlenden, regelmäßigen Spielbetrieb moderieren, um möglichst alle aktiven Spieler bei Laune zu halten.
Dies gelang ihm sehr gut. Denn trotz der schwierigen Rahmenbedingungen entwickelte sich die Mannschaft weiter. Willi van de Velden gelang es immer wieder, Akteure zu einem Wechsel zum SV Bislich
II zu bewegen. Als er seine Arbeit als Trainer beendete, hatte er nicht nur für eine gute Stimmung und einer wachsenden Identifizierung der Spieler mit dem Verein gesorgt. Der Kader war auch auf
eine Größe von 24 Akteuren angewachsen.
Marcel Lerf übernahm dann ab der Saison 2021/2022 ein weiteres Mal die sportliche Verantwortung für die zweite Mannschaft des SV Bislich. Sein Team schaffte in dieser Spielzeit mit dem dritten
Rang die beste Platzierung, die der SVB seit dem Abstieg in die Kreisliga C in dieser Klasse erreicht hatte. Die Mannschaft brachte den späteren Aufsteiger PSV Wesel III, der mit ehemaligen
Bezirksliga-Spielern gespickt war, sogar an den Rand einer Niederlage, unterlag aber in der Schlussphase noch mit 2:3. Leider konnte die Mannschaft die Erwartungen, die durch den Erfolg der
vorherigen Spielzeit gestiegen waren, in der folgenden Saison 2022/2023 nicht erfüllen. Zu selten gelang es dem Team, sein Leistungsvermögen abzurufen und so wurde es am Ende unter dem Strich
lediglich der neunte Platz. Zumindest ein kleines Erfolgserlebnis gab es für den SV Bislich II: Mit Fabian Haaver, der es auf 30 Saisontreffer brachte, stellte das Team den Torschützenkönig der
Liga.
Seine bis dato letzte Amtszeit als Trainer der zweiten Mannschaft absolvierte Marcel Lerf dann in der Saison 2023/2024. Es wurde eine Spielzeit, die letztlich mit einem Platz im Mittelfeld der
Tabelle endete. Die Mannschaft zeigte sich zu inkonstant – gute und schlechte Spiele lösten sich in schöner Regelmäßigkeit ab. Marcel Lerf gab schließlich seinen Abschied bekannt, auch um dem
Team für die kommende Spielzeit frischen Wind zu verleihen.
Ein Trainer-Duo löste Marcel Lerf für die Saison 2024/2025 ab. Oliver Hooymann und Philip Eichkorn übernahmen das Kommando. Und sie machten ihre Sache durchaus gut. Am Ende sprang für den SV
Bislich II der fünfte Tabellenplatz heraus. Durchaus bemerkenswert: Das Team lag damit einen Rang vor der Erstvertretung von GW Flüren. Erneut herausragend: Fabian Haaver brachte es in 24 Spielen
auf 27 Treffer.
Aktuelle 2. Mannschaft zum Saisonstart 2025/2026:
Hintere Reihe v.l.n.r.: Joel Kemper, Co-Trainer Jonas Peters, David Myszk, Co-Trainer Malte Pooth, Oliver Köhne, Jannis van de Velden, Nils Vengels, Peter Wetzel, Felix Wiegandt, Trainer Marius
Schürmann
Vordere Reihe v.l.n.r.: Danny Marcel Plath, Dennis Thomalla, Neel Jonas Kemper, David Hendryk Drajer, Tobias Reetz, Niklas Sapatka, Dustin Wiegandt, Henrik Frankenberg, Ben Kolsberger
Und auch die Saison 2025/2025 brachte beim SV Bislich II einen Wechsel auf der Trainerbank. Dabei hat es sich erneut bewährt, auf Kräfte zu bauen, die dem Verein und dem Ort verbunden sind. Marius Schürmann, unterstützt von Malte Pooth und Jonas Peters, scheuten nicht die Verantwortung und stellten sich der Aufgabe, das zweite Team zu übernehmen. Kein einfaches Unterfangen, denn ebenso wie die erste Mannschaft des SVB, musste auch die „Zweite“ einige personelle Veränderungen hinnehmen. Umso bemerkenswerter, dass die Mannschaft bis dato eine richtig gute Saison spielt und sich sogar im oberen Tabellendrittel festgesetzt hat. Wohin die Reise in der zweiten Saisonhälfte führte, kann an dieser Stelle nicht erscheinen, da beim Druck der Chronik die Saison noch nicht beendet war.
SV Bislich III
Über viele Jahre hinweg war es eine Selbstverständlichkeit, dass der SV Bislich auch eine dritte Mannschaft ins Rennen um Punkte und Tore schickte. In den vergangenen, knapp 25 Jahren war dies
allerdings nicht mehr der Fall. Doch nun gibt’s Neuigkeiten in dieser Hinsicht. Auf Initiative von Aycin und Koray Özbek hat sich eine recht große Gruppe von Spielern gefunden, die in Abstimmung
mit dem Vorstand als drittes Team für den SV Bislich an den Start gehen wollen. Sie stiegen sogar schon während der Saison 2025/2026 in den laufenden Spielbetrieb ein vertreten den SVB, aktuell
noch ohne Wertung, in der Kreisliga C. Wir wünschen der Mannschaft nur das Beste und hoffen, dass sie auch in den kommenden Jahren unsere Farben vertreten werden.
SV Bislich Oldies
Wenn die aktive Laufbahn im Kampf um Punkte und Tore vorüber ist – aus welchen Gründen auch immer – dann muss es das nicht gewesen sein mit dem aktiven Fußball. Auch der SV Bislich ist ein gutes
Beispiel dafür, dass Fußball auch im etwas höheren Alter noch möglich ist und vor allem viel Spaß bereitet.
In den vergangenen 25 Jahren florierte die Abteilung „Gepflegter Kick mit überschaubarem Tempo“ mal mehr und mal weniger. Zu Beginn des Jahrtausends waren es durch aus viele „ältere Herren“, die
regelmäßig zum Training kamen und beinahe wöchentlich Freundschaftsspiele gegen Vereine aus der Umgebung bestritten. Doch diese Bereitschaft, an einem Samstagnachmittag, den über viele Jahre
hinweg klassischen Wochentag für Altherren-Fußballspiele, turnusmäßig und in hoher Anzahl Spiele bestreiten zu müssen, nahm immer mehr ab. Auch beim SV Bislich war dies nicht anders. Immer
häufiger mussten Partien abgesagt werden, weil nicht genügend Akteure zur Verfügung standen. Die Terminierung von Spielen, die außerhalb des Wochenendes stattfanden, klappte anfangs ganz gut.
Doch auch hier wurde es zusehends schwieriger, eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen. Mal abgesehen davon, dass es oftmals auch quantitativ nicht reichte, Begegnungen mit
anderen Vereinen abzuschließen.
Und als dann auch noch die Trainingsbeteiligung immer mehr nachließ und die wöchentlichen Einheiten mangels Masse immer häufiger ausfallen musste, drohte die Abteilung „Die dritte Halbzeit ist
unsere Beste“ gänzlich zum Erliegen zu kommen. Denn die Zahl der aktiven Kicker war um das Jahr 2018 herum ohnehin schon auf etwa zehn bis zwölf Unentwegte zusammengeschrumpft.
Gott sei Dank kam es nicht dazu, denn endlich machten um diese Zeit herum einige Akteure, die aus einer Schützenfest-Laune heraus ihr Erscheinen beim Training versprachen, ihre Ankündigung auch
tatsächlich wahr. Dabei half womöglich auch der Wechsel zur neuen Sportanlage, weil dort die Bedingungen während und nach dem Training erstklassig waren und sind.
Aktuell sind es wieder um die 30 Spieler, die mehr oder weniger regelmäßig die Trainingseinheiten, die montags auf unserer Platzanlage stattfinden, besuchen. Immer wieder kamen auch Akteure
hinzu, die keine sportliche Vergangenheit beim SV Bislich hatten, aber bei uns im Ort wohnen, sich sportlich betätigen wollen und sich dann auch schnell in der Gemeinschaft der SVB-Oldies
wohlfühlten. Und genau so soll es ja auch sein.
Was die sportlichen Aktivitäten außerhalb des Trainings angeht, hat sich das Bislicher Altherren-Team darauf verständigt, nur ausgesuchte Spiele, Turniere oder sonstige Highlights zu bestreiten.
Dazu gehören hin wieder Freundschaftsspiele, Teilnahmen an der Weseler Stadtmeisterschaft oder Mitwirken beim Turnier unseres ebenfalls zum SV Bislich gehörenden Hobbyclubs Weniger FC Wesel
22.
Auch ein eigenes Turnier hat die Abteilung „Abschlussspiel reicht“ in der jüngeren Vergangenheit auf die Beine gestellt. Bei bestem Sommerwetter und kombiniert mit einem Familientag wurde dieses
Event zu einer gelungenen Veranstaltung, bei der der sportliche Erfolg nur zweitrangig war, dafür die Geselligkeit aber hoch im Kurs stand.
Mit von der Partie war dabei übrigens auch eine Hobby-Mannschaft aus den Niederlanden, zu denen wir seit einigen Jahren freundschaftliche Kontakte pflegen. Unser ehemaliges aktives Mitglied
Jannik Emmenegger hatte die Verbindung geknüpft. Mehrmalige, gegenseitige Besuche, stets verbunden mit einem sportlichen Kräftemessen, haben jedes Mal bewiesen, wie deutsch-holländische
Freundschaft funktioniert.
Und auch in Baden-Württemberg, genauer gesagt in Gaggenau, haben die SVB-Oldies ihre Spuren hinterlassen. Verwandtschaftliche Kontakte sorgten dafür, dass wir im Rahmen eines Vereinsjubiläums
dorthin eingeladen wurden, um an einem Altherren-Turnier teilzunehmen. Das taten wir und verbrachten dort nicht nur ein gelungenes Wochenende, sondern hätten beinahe auch noch den Pokal für den
Turniersieg mit nach Hause genommen. Lediglich die Finalniederlage im Elfmeterschießen verhinderte das. Zwölf Monate später kam das Team aus Gaggenau zum Gegenbesuch nach Bislich. Wir erlebten
erneut ein schönes, gemeinsames Wochenende, unter anderem mit einem Freundschaftsspiel noch auf unserer alten Anlage sowie dem gemeinsamen Besuch beim Sommerfest am See.
Insgesamt ist die Abteilung „Bitte nur Bälle in den Fuß“ für die Zukunft gut aufgestellt. Neben den regelmäßigen Trainingseinheiten kommen wir genauso regelmäßig zu spontanen Grillabenden,
gemeinsamem Pizzaessen, Weihnachtsfeiern oder anderen Events zusammen. Das Wichtigste dabei: Es herrscht eine überaus angenehme Atmosphäre innerhalb des Teams, die dafür sorgt, dass jeder gerne
zum Training kommt. Und anschließend gerne noch etwas bleibt.
